Ein besonders markantes und wiederkehrendes Element in jedem ihrer Porträts sind die übergroßen Augen. Diese Augenpaare sind nicht nur ein visueller Anker, sondern auch ein Fenster zur Seele der dargestellten Figuren. Sie beobachten den Betrachter mit einer Intensität, die über das bloße Ansehen hinausgeht, und fordern ihn förmlich zur Interaktion auf. Es entsteht der Eindruck einer stillen Kommunikation, einer Einladung, eine tiefere, emotionalere Verbindung zu den Kunstwerken herzustellen.
Die fortschreitende Entfernung von der rein realistischen Darstellung manifestiert sich darüber hinaus in der Integration abstrakter Elemente. Eva Lösche scheut sich nicht, komplexe Strukturen, fantastische Motive sowie vielfältige Muster oder Anleihen aus der Tierwelt in ihre Werke einfließen zu lassen. Diese Elemente sind nicht nur dekorativ, sondern tragen maßgeblich zur Vielschichtigkeit und Ausdruckskraft ihrer Kunst bei.
Durch diesen unverwechselbaren Stil, der eine Brücke zwischen gegenständlicher Darstellung und freier Interpretation schlägt, sowie die bewusst gewählte personalisierte Titelgebung, gewinnen die dargestellten Figuren eine unverwechselbare Persönlichkeit und eine beeindruckende Lebendigkeit. Sie sind mehr als nur Abbilder; sie sind Charaktere mit Geschichten, Emotionen und einer Präsenz, die den Betrachter in ihren Bann zieht und zum Nachdenken anregt.